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allgemeine Grundlagen des Hochwasserschutzes

Die Länderarbeitsgemeinschaft Wasser, in der auch das Land Sachsen-Anhalt mitarbeitet, hat Empfehlungen herausgegeben.

                  Darin wird gewarnt:








 www.lawa.de

Über alle Gesetze und Rechtsfragen zum Wasserrecht informiert die Grüne Liga

     www.wrrl-info.de

HQ 100 (Hochwasserquotient) bedeutet, daß dieses Hochwasser eine Stärke erreicht, wie sie nach den statistischen Berechnungen  nur einmal in 100 Jahren vorkommt.

Er ist abhängig von der Regenmenge und -dauer, dem Geländeprofil und der Aufnahmefähigkeit des Bodens.


Das HQ 200 entspricht nicht etwa der doppelten Wassermenge gegenüber einem HQ 100, sondern kennzeichnet nur, daß ein Hochwasser dieser Stärke mit einer statistischen Wahrscheinlichkeit von 200 Jahren wieder auftreten kann.


in Ziff. 3.1

"Technischer Hochwasserschutz wird von der Bevölkerung häufig als absoluter Schutz empfunden, so daß die früher vorhandene Eigenvorsorge gegen Hochwasser verlernt wird und das Schadenspotential anwächst. Auf diese Weise kann es in den geschützten Gebieten zu den größten Hochwasserschäden kommen."

in Ziff. 4.3.1

Grundsätze zur Bemessung von Hochwasserschutzanlagen:

Überschwemmungsgebiete sollen grundsätzlich von Bebauung freigehalten werden. Zum Schutz bestehender Bebauung ist folgendes zu berücksichtigen:

Neue Deiche, Hochwasserschutzmauern sowie Schutzanlagen für die Hochwasserrückhaltung dürfen nur zum Schutz vorhandener Siedlungen und wichtiger Anlagen gebaut werden, soweit es im überwiegend öffentlichen Interesse erforderlich ist.

Vor dem Bau von Hochwasserschutzanlagen ist zu prüfen, ob das Hochwasserrisiko nicht durch eine Hochwasser angepasste Gestaltung reduziert werden kann, so dass Hochwasserschutzanlagen nicht erforderlich sind.

Verloren gehender natürlicher Retentionsraum ist grundsätzlich zeitgleich auszugleichen.


Handlungsempfehlung:

Bemessung von Hochwasserschutzanlagen nach Randbedingungen des Einzelfalles:

Grundlage für die Bemessung von Hochwasserschutzanlagen muß eine Risikopartnerschaft von zuständiger Verwaltung und Betroffenen sein, verbunden mit einem Existenzschutz z.B. durch eine Versicherung.

Die Bemessung von örtlichen Hochwasserschutzanlagen sollte sich nach den Randbedingungen des Einzelfalles richten, orientiert an den Hochwasserschadenspotentialen und der gefährdeten Bevölkerung.


Die DIN 19700-12 Stauanlagen,    Hochwasserrückhaltebecken

hat die Zielstellung eines Schutzgrades von HQ 100, dieses aber nicht bedingungslos, sondern ......

4.1.1 Ziel der Hochwasserrückhaltung

Ziel der Schutzmaßnahme durch Hochwasserrückhaltebecken ist, die für die Unterlieger schadensträchtigen Hochwasserereignisse zu reduzieren. Bei der Festlegung des Schutzzieles sind wirtschaftliche und ökologische Gesichtspunkte sowie Möglichkeiten der Hochwasservorsorge zu berücksichtigen.


 4.2.3 Hochwasserschutz (Hochwasserbemessungsfall 3)

Die Bemessung des gewöhnlichen Hochwasserrückhalteraumes nach Hochwasserbemessungsfall 3 (BHQ3) unterliegt den regional geprägten Anforderungen an den Schutz von Bebauung und Objekten oder dem Ausgleich der Wasserführung. ...


Die Empfehlungen und die Norm gehen zwar von dem Schutzziel HQ 100 aus, legen aber eine differenzierte Auftragsgestaltung nahe.

1994 ist bei einem HQ 200 kein Mensch direkt zu Schaden gekommen.

Deshalb kann der Schutz von Menschenleben praktisch gleichberechtigt mit den anderen schützenswerten Interessen der Menschen gesehen werden.

Ohne Beachtung dieser beiden Papiere und unserer Einwände und Alternativen wurden zwei Hochwasserrückhaltebecken im Selketal geplant.