Bürgerinitiative Das Selketal Planung Alternativen Historie/Impressum

individuelle Alternativen

- der individuelle HWS

Hochwässer sind unvermeidbare Ereignisse an einem Fluss - trotz aller Maßnahmen. Deshalb müssen die Bürger durch Informationen über die Möglichkeiten des individuellen Schutzes und ein effektives Frühwarnsystem auf die unvermeidbare Gefahr hingewiesen werden.

 Besserer Versicherungsschutz bei Hochwasser


Wer für seine Immobilie eine Gebäudeversicherung abgeschlossen hat, ist damit gegen Brand, Blitzschlag und Explosion; Leitungswasser, Rohrbruch und Frost; Sturm und Hagel versichert – also nicht gegen Hochwasser. Bis 1994 war dies eine Pflichtversicherung; in der DDR waren darin auch Elementarschäden versichert.


Zu den Elementarschäden zählen Überschwemmung und Starkregen; Schneedruck und Lawinen; Erdbeben, Erdsenkung und Erdrutsch.


Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft GDV hat für die gesamte Versicherungswirtschaft ein Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen (ZÜRS) entwickelt. http://www.gdv.de/2013/06/zuers-public/ Dafür wurden Hochwasserereignisse mit aufsteigenden Wiederkehrperioden (Jährlichkeiten) simuliert und es wurden vier Gefährdungsklassen (GK) ermittelt:

 • GK 4 – statistisch einmal in 10 Jahren ein Hochwasser

 • GK 3 – statistisch einmal in 10–50 Jahren ein Hochwasser

 • GK 2 – statistisch einmal in 50–200 Jahren ein Hochwasser

• GK 1 – statistisch seltener als einmal alle 200 Jahre ein Hochwasser


 Nach Branchenangaben seien rund ein Prozent der in Deutschland stehenden Gebäude nicht gegen Hochwasserschäden versicherbar.(Wikipedia)


Wahrscheinlich gehören alle nahe an der Selke stehenden Häuser zu der GK 4 – das heißt, sie sind nach der jetzigen Rechtslage nicht versicherbar, oder die Versicherungen verlangen einen unbezahlbar hohen Beitrag.


Die Justizminister der Länder bemühen sich (siehe Mitteldeutsche Zeitung vom 15. Nov. 2013 – "Flut- Versicherung für alle") um eine Pflichtversicherung für Immobilien gegen Elementarschäden, also auch gegen Hochwasser. Dafür ist ihnen Erfolg zu wünschen.

Es müßte eine allgemeine Gebäude-Pflichtversicherung geben für alle Schäden, die die derzeitige Gebäudeversicherung abdeckt sowie für Elementarschäden. Die Tarife sollten degressiv gestaltet werden, d.h. mit steigendem Risiko mit geringer steigenden Kosten, so daß auch die Menschen in besonders durch Hochwasser gefährdeten Gebieten die Versicherung bezahlen können. Die anderen Elementarschäden wie Starkregen und Schneedruck betreffen ja sowieso das ganze Land.

Der Einwand der Versicherungen, der vorbeugende Hochwasserschutz könnte vernachlässigt werden, wenn es eine Versicherungspflicht gäbe, ist einerseits zynisch, denn ein vernünftiger Bauherr baut nicht im Überschwemmungsgebiet und andererseits können in Bebauungsplänen Bauverbote festgelegt werden.


Außerdem sollten Entschädigungszahlungen nach einem Hochwasser nicht nur für den Wiederaufbau des zerstörten Hauses, sondern auch für den Aufbau an anderer, nicht von künftigem Hochwasser bedrohter Stelle verwendet werden dürfen.